Stolze Weißtannen gefällt.

Ein trauriges Weihnachtsgeschenk für den Steigerwald. Muss das wirklich sein?

Im Steigerwald gibt es nicht viele so schöne Weißtannen-Bestände wie im Dammersgrund bei Unterschleichach. Hier hat der Forstbetrieb der Bayerischen Staatsforsten zur Weihnachtszeit eine große Anzahl wunderschöner Weißtannen gefällt. Die ökologisch wertvollen Weißtannen sind im nördlichen Steigerwald superselten. Bäume dieser Güte gibt es hier nur etwa 50 bis 60 Stück. Jeder dieser Bäume ist eigentlich ein einmaliges Naturdenkmal. Deutschlandweit machen die Weißtannenbestände gerade ca. 2 % der Baumartenbestände aus. Da die Vielfalt der Baumarten im Steigerwald explizit im Mittelpunkt des regionalen Naturschutzkonzepts des Forstbetriebs Ebrach steht, ist dieser Einschlag besonders bedauerlich.
Aus einer Fläche von kaum mehr als einem Hektar wurden mehr als zehn der größten und ältesten Tannen gezielt gefällt. Die Bäume waren deutlich über 30 Meter hoch und um die 120 Jahre alt. Diese wunderbar gesunden Bäume hatten das Potenzial auf weitere 500 Jahre. Die Weißtanne ist ökologisch wertvoll, da sie Lebensraum für viele Tierarten bietet und klimatisch eine wichtige Rolle in Mischwäldern spielt.
Durch die gezielte Entfernung der ältesten Bäume können sich keine alten Wälder entwickeln. Aktuell ist Tannenholz sehr gefragt und teuer. Es liegt die Vermutung nahe, dass kurzsichtiges wirtschaftliches Gewinnstreben vor Ökologie und Artenvielfalt ging. Ist eine solche Waldpolitik absichtlich, um unseren Urenkeln im Steigerwald die Freude an alten Tannen vorzuenthalten? Will man unserem Wald keine natürliche Zukunft gönnen?