Der Steigerwald

Ursprünglichkeit braucht Schutz

Wirtschaft und Wildnis im Einklang

Keine Frage – Holz ist ein zukunftsweisender Rohstoff, der in höchstem Maße umweltschonend als Baustoff oder Energiequelle geeignet ist. Nachhaltigkeit im Umgang mit dem Wald ist eine der wichtigsten Maßnahmen um diese wertvolle Ressource für den Menschen langfristig zu erhalten. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet, einen Wald zu erhalten. Als Rohstofflieferanten. Nicht
zwingend als Lebensraum. Tatsächlich werden ca. 98% aller Waldflächen in Deutschland vom Menschen bewirtschaftet. Nur ein verschwindend geringer Teil des Waldes darf sich noch selbst frei entwickeln. Dabei wäre es so wichtig – für den Erhalt der biologischen Vielfalt – auf großen, zusammenhängenden Flächen dem Wald und seinen Bewohnern eine Ruhezone zu schaffen. Ein Nutzwald wird die Biologische Vielfalt auf Dauer nicht erhalten, auch nicht der im Naturpark Steigerwald. Wir fordern einen Kompromiss: Von den 128.000 Hektar Naturpark Steigerwald können 90% wie bisher genutzt werden, aber es müssen mindestens 10.000 Hektar des Staatswaldes als Schutzgebiet ausgewiesen werden.

Wer profitiert von einem geschützten Wald?

Natürlich gibt es noch viele Arten, die in unseren Wirtschaftswäldern existieren, doch es sind nur 20-30% ihres natürlichen Vorkommens. Um ihr Überleben langfristig zu sichern muss sich ihr Bestand auf mindestens 60-70% erhöhen. Um bedrohte Arten wieder von der roten Liste streichen zu können, braucht es eine große Strukturvielfalt, wie sie nur in einem Naturwald vorkommt. Statt vieler junger, gerader Bäume, dürfen hier auch alte, krumme, dicke und tote Bäume – die Lebensraum bedeuten – auf weiter Fläche stehen.

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Der Kompromiss

Die Karte zeigt das Gebiet im Steigerwald, welches am besten für ein Großschutzgebiet von 10.000 ha Fläche geeignet ist. Privatwälder sind nicht betroffen. Mit dieser Umstellung von Naturpark auf Naturwald kann sich der Steigerwald auch ein Herausstellungsmerkmal sichern: In Deutschland gibt es 52 Naturparks (die den Wald per Gesetz eigentlich nur vor einem Kahlschlag sichern), aber nur vereinzelt Naturwälder oder Nationalparks.

Kein Schutz des alten Klosterwaldes

Der Klosterwald Ebrach besitzt mit den zwei angrenzenden Naturreservaten beste Vorraussetzungen um als UNESCO-Weltnaturerbeausgezeichnet zu werden. Auf weniger als 1000 Hektar stehen hier mehr als 8000 schützenswerte Altbuchen. Würde er geschützt, könnten nachfolgende Generationen einen Naturwald erleben, in dem doppelt so mächtige und 4x ältere Bäume 100x häufiger zu finden sind. Spätestens im Herbst nach den Landtagswahlen beabsichtigt die aktuelle Forstbetriebsleitung den Klosterwald wieder zum Einschlag freizugeben. Falls die forstliche Nutzung in die Tat umgesetzt wird, wird der Klosterwald die Vorraussetzungen zum UNESCO – Weltnaturerbe unwiederbringlich verlieren. Unser Verein engagiert sich für ein Großschutzgebiet im Steigerwald um natürliche Schätze wie den Klosterwald zukünftig bewahren zu können.

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Naturnahe Forstwirtschaft

Die Ausweisung von Waldschutzgebieten in Buchenwäldern führt weder zu intensiverer Forstwirtschaft auf den übrigen Flächen, noch zu mehr Holzimporten aus intensiver Forstwirtschaft im Ausland. Die Holzernte in Deutschland ist trotz der Ausweisung von Waldschutzgebieten gesunken. Naturwälder und Wildnisgebiete können also nicht für steigende Holzimporte verantwortlich gemacht werden. Deutschland ist übrigens Buchenholzexporteur. Ein sorgsamer, ressourcenschonender Umgang mit Holz stellt die Eckpfeiler einer stabilen Zukunft für den Wald insgesamt dar.