Wilde Wälder

Natur. Sein. Lassen.

Wo, wenn nicht hier?

Denken wir an den Regenwald in Brasilien oder die Nationalparks in Afrika ist Waldschutz für uns selbstverständlich. Es besteht kein Zweifel, dass der Mensch seine Verantwortung gegenüber den
nächsten Generationen wahrnehmen muss, um diese Kostbarkeiten zu bewahren. In Deutschland gibt es keine Schreckensbilder von kahlgeschlagenen Urwäldern. Hier wird nachhaltige Forstwirtschaft betrieben. Zum Glück. Und doch: Es besteht ein gr0ßer Unterschied, zwischen einem Wirtschaftswald – der Profit abwerfen muss – und einem sich selbst überlassenen, wilden Wald. Deutschland hat sich 5% Waldschutz zum Ziel gemacht. Davon sind wir noch weit entfernt.

Einzigartigkeit bewahren

In Deutschland erscheint uns der Rotbuchenwald als selbstverständlich, aber im internationalen Vergleich ist er einzigartig. Ein Viertel aller Verbreitungsgebiete von Buchenwäldern sind in Deutschland – eines davon im Steigerwald.

Verbündete im Klimaschutz

Gesunde und widerstandsfähige Wälder schützen uns vor extremen Wetterfolgen und mindern den Kohlendioxidgehalt in unserer Atmosphäre. In Wirtschaftswäldern ist die Speicherkapazität deutlich geringer, unter anderem auch weil die Bäume viel jünger geerntet werden und der Großteil als Brennholz dient, welches wieder Kohlendioxid freisetzt.

Unbezahlbare Geschenke

Wasserspeicher, Sauerstofflieferant, Naherholungsgebiet, Trinkwasseraufbereiter, CO2-Speicher, Spielplatz, Insektenhotel – der Wald leistet täglich wertvolle Arbeit, die er uns kostenlos zur Verfügung stellt.

Biologische Vielfalt

Ungenutzte Wälder weisen andere Arten und Artengruppen auf, als Wirtschaftswälder. Geschützte Wälder bieten Lebensräume, die es sonst in unserer intensiv bewirtschafteten Landschaft nicht mehr gibt. Das Vorhandensein von Totholz beispielsweise, ist Voraussetzung für zahlreiche Käferarten, Flechten und Pilze im Wald ihren Lebensraum zu finden.

Waldreich

Deutschland ist reich an Wald. So reich, dass bislang mehr Holz nachwächst, als genutzt wird. Das bedeutet zum Glück, dass ein Nutzungsverzicht auf bestimmten Flächen nicht dazu führt, dass andere Forstflächen übernutzt werden, oder die Holzindustrie auf Importe aus Primärwäldern aus anderen Ländern wie Russland oder Staaten Nordamerikas angewiesen ist.

Labor Wald

Der Sommer 2018 war extrem heiß und trocken. Wie es scheint, stecken wir im Klimawandel schon mitten drin. Ein ungenutzter Wald kann uns als Forschungslabor für die – natürliche – Dynamik eines zukünftigen Waldes dienen. Welche Arten setzen sich unter den sich verändernden Bedingungen natürlicherweise durch? Welche invasiven Arten tauchen auf? Letztendlich profitieren auch die Wirtschaftswälder von den Erkenntnissen.