EINSCHLAGSMORATORIUM
„Hände weg vom Ebracher Klosterwald“

Der Verein „Nationalpark Steigerwald e. V.“ (VNS) fordert die Bayer. Staatsforsten auf, die Einschläge von Starkbuchen im historischen Ebracher Klosterwald unverzüglich einzustellen.
Der VNS fordert, dass bis zur Entscheidung darüber, wo das von Ministerpräsident Söder versprochene 1000 – 2000 ha große Schutzgebiet im Steigerwald ausgewiesen wird, keine weiteren Starkbuchen gefällt werden.
Der VNS fordert, dass der ehemalige Geschützte Landschaftsbestandteil (GLB) `Hoher Buchener Wald im Ebracher Forst` zusammen mit den hochwertigsten Naturwaldreservaten Waldhaus und Brunnstube, landkreisübergreifend ergänzt durch Buchenbestände aus dem angrenzenden Stollberger Forst, in das angekündigte Schutzgebiet einbezogen werden. Die naturschutzfachliche Wertigkeit dieser Flächen ist unbestritten.
Der VNS befürchtet, dass der Forstbetrieb Ebrach durch massive Einschläge von alten Buchen bewusst und vorsätzlich versucht, die naturschutzfachliche Wertigkeit des Nordsteigerwaldes zu reduzieren und dadurch eine Anerkennung als Weltnaturerbe zu unterlaufen.
Der VNS weist das Lamentieren der Bayer. Staatsforste über `akutes Buchensterben` im Nordsteigerwald als perfides Ablenkungsmanöver zurück. Es ist ein Versuch, die Öffentlichkeit von dem dramatischen bundesweiten Geschehen in den flächig weitaus vorherrschenden Fichten- und Kiefernforsten abzulenken. Zwar verursachten die säkularen Hitze- und Dürresommer 2018 und 2019 bei nahezu allen Baumarten sichtbare Schäden.Dievon der deutschen Forstwirtschaft in den letzten 200 Jahren einseitig favorisierten Nadelhölzer, vor allemder bisherige `Brotbaum` Fichte aber auch die Kiefer, haben jedoch unübersehbar im Zeitalter der Klimaerwärmung keine Zukunft. Es gibt kein generelles „Waldsterben“ bei uns. Es sind die naturwidrigen Nadelholz-Forstplantagen, die in dramatischer Geschwindigkeit sterben.
Die Baumarten unserer Naturwälder, Buchen und Eichen, im Bergmischwald die Weißtanne, weisen vor allem dort sichtbare Trockenschäden auf, wo Förster dem lieben Gott zu kräftig und unsensibel ins Handwerk pfuschen. Werden Laubbestände zu stark genutzt, wie das in den Staatsforsten seit der Forstreform üblich wurde, wird das geschlossene Kronendach aufgerissen. Eindringendes Sonnenlicht trocknet den Boden aus,daskühl-feuchte Waldinnenklima geht verloren, bloßgestellte Randbäume erleiden Trockenschäden. Werden nun, wie vom Staatsforst angekündigt, verstärkt Altbuchen eingeschlagen, deren Kronen durch Trockenschäden geschädigt sind, werden dadurch die Selbstheilungskräfte auch naturnaher Bestände weiter geschwächt. Der Förster, eigentlich als Pfleger unserer Wälder bestellt, wird zum aktiven Sterbehelfer.
Über die Schutzgebietsanliegen hinaus wäre ein sofortiger Einschlagstopp in den älteren Buchen-Eichenbeständen im Staatswald des nördlichen Steigerwaldes ein unübersehbares staatliches Signal zur nachhaltigen Walderhaltung in Franken in den unsicheren Zeiten des Klimawandels.

Dr. Liebhard Löffler
1.Vorsitzender „Verein Nationalpark Steigerwald e.V.“

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