Die extreme Hitzewelle macht es überdeutlich: eine Zukunft mit Lebensqualität braucht einen besseren Schutz von Wald und Klima. Dies wurde insbesondere von den „jungen Stimmen“ beim Nationalparktag am 28. Juni im Garten des Klosterbräu Ebrach gefordert. Trotz der Hitze war das Fest der Pro-Nationalpark-Verbände gut besucht. Mit Reden, Ständen und Live-Musik ging der Appell an die Politikerinnen und Politiker der Region und der Staatsregierung: Der Nationalpark Steigerwald soll Leuchtturmprojekt für Franken und Bayern sein! Er bedeutet für die Region hohe Lebensqualität bei gleichzeitig großer wirtschaftlicher Wertschöpfung. Ein Nationalpark wäre eine riesige Klimaanlage für die Landschaft. Ohne Bodenverdichtende Maschinenwege kann der Wald wesentlich mehr Wasser speichern. Er schützt das Klima, weil aus der Nutzung genommene Buchenwälder große Kohlenstoffsenken und -speicher sind. Er sichert eine hohe Vielfalt an Arten und Genen, was für einen stabilen, anpassungs- und reaktionsfähigen Wald überlebenswichtig ist.
Erik Stenzel, ein Liedermacher aus Nürnberg, und die fränkischen Musikkabarettisten von „häisd’n’däisd vomm mee!“, sorgten für Denkanstöße und gute Unterhaltung.
Chance auf den 1. fränkischen Nationalpark für die jungen Menschen ergreifen!
Eva-Maria Weimann, stellvertretende Vorsitzende der Bayern-SPD und Mutter wünscht sich eine Politik, die schützt, was unbezahlbar ist – nämlich unsere Lebensgrundlage – und nicht nur, was kurzfristig für Einige Gewinn maximiert.
Jan Schneider, junger Kreisrat der Grünen Kitzingen forderte eine bessere Lebensqualität für zukünftige Generationen durch wirksamen Klima- und Naturschutz. Er appellierte an die Politik, die „Chance Nationalpark“, die auf dem Tisch liegt, zu ergreifen und sich nicht länger wegzuducken. In Nationalpark-Regionen ist die Mobilität wegen der Nachfrage durch die Nationalparkgäste auch für die Einheimischen besser ausgebaut, insbesondere auch für junge Menschen ohne Führerschein. Es gibt mehr Arbeitsplätze und viele weitere Anreize, in der Heimat zu bleiben, in einer Region mit Zukunft.
Appell an die Staatsregierung für historische Entscheidung
Hubert Weiger, Forstwissenschaftler und Ehrenvorsitzender des BUND Naturschutz, ging zunächst auf die Klimakrise ein, die mit 40,8 Grad dieser Tage für einen neuen Temperaturrekord in Bayern sorgte: „Denjenigen, die die Klimakrise leugnen, muss man den Verstand absprechen. Anstelle eines beherzten Ausbaus der erneuerbaren Energien geht die Regierung wieder zu den Fossilen zurück.“ Die trocken-heißen Phasen führen z.B. zum Zusammenbruch der Amphibien-Bestände, zu niedrigen Pegeln in Flüssen und Grundwasser und immensen Waldschäden, unter anderem dem Zusammenbrechen der Fichtenbestände.
Weiger erklärte, dass die Forstdirektion in den 1970er Jahren den Nordsteigerwald mit Kiefern, Fichten und Douglasien bepflanzen wollte. Wie so ein Wald heute aussähe, kann sich jeder vorstellen. Fortschrittlichen Forstleuten, wie Georg Sperber und dem damaligen Landwirtschaftsminister Hans Eisenmann von der CSU ist es zu verdanken, dass dies nicht geschah. Weiger betonte, dass wir in Bayern wieder solche Ministerinnen und Minister brauchen, die wissenschaftliche Erkenntnisse anerkennen und bahnbrechende Visionen haben. Seit 50 Jahren wurde in Bayern kein neuer Nationalpark mehr ausgewiesen. Dabei muss das Motto „Bayern vorn!“ auch im Naturschutz gelten.“ Weiger appellierte an den fränkischen Ministerpräsidenten Markus Söder, sich für den ersten fränkischen Nationalpark einzusetzen. Das wäre eine Entscheidung, die ihm seinen Platz in der bayerischen Geschichte für immer sichern würde. „Es ist an der Zeit aufzuwachen und zu handeln – Jetzt, hier und heute! Wir müssen unseren Kindern eine gute Zukunft ermöglichen, die davon abhängt, ob die heutige Politik ihnen noch eine lebenswerte Umwelt mit sauberem Trinkwasser, kühler Luft und intakten Wäldern hinterlässt. Das lässt sich nicht allein mit Geld aufwiegen. Unsere Generation wird eines Tages daran gemessen, was wir ihnen hinterlassen haben!